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belanglose Geschichte (Kapitel 1)

Es regnet und ich stehe im Matsch.

Ich stehe auf einem Friedhof, irgendwo im Herzen dieser Kleinstadt.

Vor meinen Augen stehen viele traurige Menschen in Schwarz,

ich selbst habe nur eine schwarze Hose und ein weisses Hemd an,

weil ich in der Eile vergessen habe, dass alle meine schwarzen Hemden

in der Wäsche sind. Aber das reicht auch. Man sieht immerhin an meiner schwarzen Hose, dass ich willig war schwarz zu tragen, es aber technisch nicht umsetzen konnte.

Kann ich ja nicht wissen, dass ich nur so wenige schwarze Hemden besitze.

Ich schaue mich um, die Menschen um mich herum starren verloren in die Luft.

Ich spüre die Löcher schon, die sie durch ihr kontinuierliches Starren verursacht haben. Ozonlöcher. Aus diesen ganzen gestarrten Luftlöchern ist bestimmt "das" Ozonloch. Die Welt geht garnicht langsam daran zugrunde, dass überall Schadstoffe herumfliegen, sondern daran, dass alle Welt Löcher in die Luft starrt.

Ich sollte weinen, aber ich denke an Ozonlöcher. Ich kann nicht weinen, du standest mir sehr sehr nahe, aber nun ist das einzige an was ich mich noch genau erinnern kann der Tag an dem du verschwandest. All diese wunderbaren Erinnerungen die wir teilten hast du in einen Briefumschlag deiner Fantasie gelegt und sie mir hinterlassen. Sie steht auf meinem Wohnzimmertisch. Ich habe sie noch nicht aufgemacht. Sie ist ja auch nur ausgedacht. Aber mir kommt es so vor, als stünde sie wirklich dort auf meinem Tisch im Wohnzimmer.

Eine alte Frau stöckelt durch den Schlamm um eine Blume in das tiefe Loch zu werfen. Sie rutscht aus und schlittert. Mit rudernden Armen und hochrotem Kopf versucht sie, sich aus dem Matsch zu befreien. Ich muss grinsen, aber ich verberge es hinter meinem Schal. Der Regen prasselt auf meinen Kopf, ich höre nur Tock Tock Tock. Das Geräusch von Leere. In meinem Kopf ist es leer. Hohl?

Ich habe nicht einmal so viel in meinem Kopf, dass ich mich daran erinnern könnte, was wir zusammen erlebt haben und infolge dessen ein paar Tränen zu verdrücken.

Vielleicht bin ich krank?! Vielleicht kann ich garnicht weinen..

Obwohl, das kann eigentlich gar nicht sein. Als sich Anne von mir getrennt hat, habe ich doch auch geweint. Sehr viel sogar. Ja, eigentlich habe ich Flüsse erschaffen, bestehend nur aus Tränen. Ich habe mein Gesicht darin ertränkt, die Pickel überschwemmt und zu Inseln gemacht. Ich erinnere mich nicht gerne daran.

Wieso habe ich auf deiner Beerdigung allerlei Gedankengänge, doch immer nur solch einen belanglosen Kram? Vielleicht bin ich einfach dafür gemacht mir belanglose Fragen zu stellen. Vielleicht ist das mein persönlicher Sinn des Lebens.

Interessant. Jetzt bin ich dran;

ich werfe die weder rote- noch richtig blühende Rose in das tiefe Loch in dem du dich befindest und stapfe davon.

Tschüss Enno, du warst der beste imaginäre Freund den ich je hatte.

6.2.09 15:22


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